Meine Ziele

Ich möchte mit meinen Büchern und meinen Lesungen über Mobbing aufklären und dabei auch ganz deutlich machen, was jeder Einzelne von uns tun kann, um es zu verhindern bzw. zu stoppen. Wir alle haben mehr Einfluss auf den Mobbingprozess als uns bewusst ist und die Meisten von uns schauen weg, was genauso schlimm ist wie aktiv mitzumobben und nichts mit “sich raushalten” zu tun hat !Ich hoffe also darauf, unsere Gesellschaft wieder zu mehr Zivilcourage bewegen zu können. Greift ein, wenn ihr etwas seht das nicht richtig ist, statt wegzusehen! Ihr würdet doch auch wollen, dass man euch hilft, oder?Darüber hinaus möchte ich anregen, dass wir alle lernen müssen mit Konflikten umzugehen. Vielen von uns fällt das schwer. So werden Konflikte nicht mehr direkt und verbal ausgetragen, sondern viel zu oft schriftlich und vor allem öffentlich in sozialenNetzwerken. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Konflikte wieder nur zwischen den Personen  ausgetragen werden, die es etwas angeht und nicht ständig irgendwer mit hineingezogen und involviert wird, den das Ganze nichts angeht.

Meiner Meinung nach muss sich auch an unserem Schulsystem eine Menge ändern. Schule darf nicht nur Faktenwissen vermitteln, sondern muss auch einen Erziehungsauftrag haben- den Schüler korrektes Sozialverhalten vermitteln und ihnen den Umgang miteinander beibringen. Soziales Engagement muss stärker gewürdigt und Schüler dazu ermutigt werden, sich für andere einzusetzen und Verantwortung für sich, andere und ihre eigenen Handlungen zu übernehmen! Dazu brauchen wir neue Unterrichtsfächer, andere Unterrichtsinhalte und vor allem besser ausgebildete Lehrkräfte, die im Umgang mit Problemen wie Mobbing geschult sind.Alles in einem möchte ich der Verrohung unserer Gesellschaft entgegenwirken bzw. meinen Beitrag dazu leisten, dass wir die Toleranz unter Beweis stellen, jeden so sein zu lassen wie er ist. Dabei kann ich natürlich auch Ihre Hilfe brauchen.

Sucht die Schuld nicht bei euch!

Als Mobbingopfer gelangt man ziemlich schnell an den Punkt, an dem man damit beginnt sich selbst die Schuld für das zu geben, was einem passiert. Viel zu schnell manifestieren sich die täglich eingetrichterten Glaubenssätze der Mitschüler oder Kollegen im eigenen Unterbewusstsein und man findet sich plötzlich auch “hässlich”, “dumm” und irgendwann sogar “wertlos”. Bei mir war es schon nach relativ kurzer Zeit so, dass ich nicht mehr in den Spiegel schauen und “Ich liebe und akzeptiere mich selbst” sagen konnte. Ich hasste mich, verachtete die Person, die mich im Spiegel ansah und gab mir selbst die Schuld daran, dass mich meine Mitschüler an den Rand meiner Kräfte brachten. Ich entschied, dass die Welt ein besserer Ort ohne mich sei und plante meinen Suizid. Nur der Rückhalt meiner Familie und die Angst davor, dass meine Eltern sich nach meinem Suizid ebenfalls etwas antun könnten und meine Mitschüler damit nicht nur mich, sondern auch noch meine Familie zerstören könnten, hielt mich am leben und vom Selbstmord ab. 

Heute weiß ich, dass es nicht an mir lag und ich es nicht verdiente von meinen Mitschülern so behandelt zu werden. Diese Erkenntnis möchte ich nun an alle Mobbingopfer weitergeben. Sucht die Schuld nicht bei euch, denn es gibt keine schlechte Eigenschaft oder “Macke” an euch, die ein solches Verhalten euer Mitschüler auch nur im geringsten rechtfertigt. Ihr seid gut so wie ihr seid und braucht euch für niemanden zu verändern. Es ist nicht euer Anspruch so zu sein, wie andere euch gerne hätten! Und wenn jemandem etwas an euch nicht passt, hat dieser jemand ein Toleranzproblem und das ist bestimmt nicht eure Schuld.


© Sylvia Hamacher 2017