FAQ

Was ist Mobbing?

Mobbing ist eine Form psychischer Gewalt, die darauf abzielt die Psyche des Opfers systematisch zu zerstören und das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl des Opfers auszulöschen. Die Täter finden Gefallen daran, diesen Verfallsprozess zu beobachten und erlangen Bestätigung durch ihre Mitschüler, die die Demütigung und Drangsalierung des Opfers als belustigend empfinden. Beobachter trauen sich oft nicht sich gegen die Gruppe zu stellen und einzugreifen, weil sie Angst davor haben selbst in diese Situation zu geraten. Deshalb schweigen Beobachter häufig oder nehmen sogar aktiv am Prozess teil. Die Täter werden durch die Bestätigung durch ihre Mitschüler immer wieder ermutigt das Opfer aufs Neue zu quälen und werden somit in eine Rolle gedrängt, aus der sie oft nicht mehr herauskommen. Das Opfer selbst ist hilflos und darauf angewiesen, dass von außen eingegriffen wird. Wehrt es sich, nutzen die Täter das Verhalten des Opfers als Rechtfertigung für ihr eigenes. Doch auch stilles Ertragen der Demütigungen führt nicht dazu, dass die Mobber aufhören. Ist der Prozess erst einmal im Gange, bildet sich ein nicht enden wollender Teufelskreis, der ohne den Eingriff von außen nicht aufzuhalten ist. Beim Mobbing handelt es sich vor allem um psychische Gewalt, was nicht heißt, dass nicht auch physische Gewalt angewandt wird.


Was kann man als Mobbingopfer tun?

Wenn man sich in der Rolle des Opfers befindet, ist es sehr wichtig über das Erlebte zu sprechen und es nicht in sich hineinzufressen. Such dir jemandem dem du vertrauen kannst und rede darüber. An manchen Schulen gibt es für solche Fälle auch Schulsozialarbeiter. Falls du niemanden hast, schreib dir alles von der Seele! Mir hat das enorm geholfen. Ich weiß, dass es schwer ist darüber zu reden, denn währenddessen beginnt man die Dinge zu verarbeiten. Aber alles zu verdrängen ist weitaus schlimmer, denn irgendwann kommen die Erinnerungen hoch und der totale Zusammenbruch steht kurz bevor! Als nächstes solltest du versuchen dir Hilfe bei deinen Lehrern zu holen. Wollen diese nicht eingreifen, geh zu deinem Direktor. Lass dich nicht abwimmeln, denn du hast ein Recht darauf dass dir geholfen wird!  Wenn du Beleidigungen und ähnliches schriftlich vorliegen hast, scheu dich nicht davor Anzeige bei der Polizei zu erstatten, denn das was deine Mitschüler mit dir machen ist definitiv strafbar!


Was kann man als Beobachter tun?

Wenn du beobachtest, wie jemand aus deinem Umfeld gemobbt wird, ist es deine Pflicht einzugreifen! Das muss nicht immer gleich heißen, dass du dich schützend vor das Opfer stellst oder ihr beste Freunde werdet. Du kannst mit kleinen Gesten bereits viel bewegen! Stell dich zu dem Opfer, wenn er/ sie allein auf dem Schulhof oder Flur steht oder in der Klasse alleine sitzt. Du signalisierst ihm/ ihr damit, dass sie/er nicht alleine ist und du registriert hast, dass sich eure Kameraden falsch verhalten. Informiere auf jeden Fall deine Lehrer über deine Beobachtungen und bitte sie darum einzugreifen. Tun sie dies nicht, geh zu deinem Direktor, schildere ihm deine Eindrücke und bitte diesen sich um die Angelegenheit zu kümmern. Das Opfer braucht in dieser Situation dringend einen Fürsprecher. Sei mutig und übernimm diese Rolle!Was kann man als Täter tun?Irgendetwas treibt dich zu diesem Verhalten an. Mach dir Gedanken darüber, was es sein könnte und arbeite daran. Frust an Anderen auszulassen ist kein guter Weg und steigert dein Selbstwertgefühl doch nur, wenn du keinen Funken Selbstreflexion mehr besitzt und noch nie etwas von einem Gewissen gehört hast. Versetzt dich mal in die Lage des Opfers, würdest du wollen dass man dich so behandelt? Du kannst das Leiden beenden, du kannst den Teufelskreis brechen! Trau dich!


Warum wurdest du gemobbt?

Meine Klassenkameraden haben mir nie den Grund für ihr Verhalten genannt, obwohl ich oft danach gefragt habe, sodass ich davon ausgegangen bin, dass ich selbst bzw. mein Verhalten der Auslöser war. Ich habe also damit begonnen den Fehler bei mir zu suchen und bin dadurch in ein immer tieferes Loch gefallen. Heute weiß ich, dass ich nicht selbst Schuld war. Für Mobbing gibt es keine Rechtfertigung, denn keine Charaktereigenschaft oder Äußerlichkeit kann so schwerwiegend sein, dass sie den Psychoterror entschuldigt.Meine Englischlehrerin meinte damals mal zu mir, dass meine Mitschüler auf mein Aussehen und meine guten Zensuren neidisch waren. Ich selbst vermute, dass ich durch meinen Einsatz für schwächere Klassenmitglieder in die Schussbahn geriet, da ich oft genug als “Spielverderberin” abgestempelt wurde.Wie lief das Mobbing ab?Zunächst wurde ich von meinen Mitschülerinnen ignoriert, aber das sehr konsequent. Ich war weniger als Luft, niemand sprach mit mir, nicht einmal im Unterricht oder bei Gruppenarbeiten. Als ich mich nach einigen Wochen fast schon daran gewöhnt hatte, gingen sie dazu über mich zu beleidigen und Gerüchte zu streuen, natürlich auch über das Internet. Erst jetzt machten auch die Jungs aus meiner Klasse mit, wenig später waren auch die Parallelklassen involviert und irgendwann fand die ganze Schule Gefallen daran mich zu drangsalieren.Es kam dann zu verbalen Demütigungen und schließlich auch zu körperlichen Angriffen. Nachdem mich eine Mitschülerin im Sportunterricht in den Rücken trat oder boxte, verbrachte ich drei Tage im Krankenhaus und entschied mich nach einer Morddrohung für den Schulwechsel. 


Wie lang ging das Mobbing?

Das Mobbing begann Ende der siebten/ Anfang der achten Klasse und zog sich bis in das zweite Halbjahr der neunten Klasse. Somit war ich gut anderthalb Jahre lang stark von Mobbing betroffen. Nach dem Schulwechsel im zweiten Halbjahr der neunten Klasse hatte ich ersteinmal Ruhe. Leider ging es dann 2010 in der elften Klasse wieder los, nachdem ich mein Buch “Tatort Schule-Gewalt an Schulen” veröffentlichte. Diesmal war das Motiv klar: Neid. Das Mobbing zog sich bis zum Abitur durch, sodass ich also insgesamt sogar fast vier Jahre lang von Mobbing betroffen war.


Hast du jemandem davon erzählt?

Da ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern habe und meine Mutter auch meine beste Freundin ist, wussten meine Eltern von Anfang an Bescheid. Sie haben mich täglich aufgefangen, wenn ich heulend aus der Schule kam und mich soweit wieder aufgebaut, dass ich die Kraft hatte am nächsten Tag wieder zur Schule zu gehen.Zu Beginn des Mobbings haben wir es alle nicht als solches ausmachen können und dachten, es handle sich um einen bloßen Konflikt unter pubertierenden Teenagern. Als wir merkten, dass es sich um weitausmehr handelte, wurden wir gemeinsam beim Direktor vorstellig, leider ohne größeren Erfolg.Ich vertraute mich auch mehreren Lehrern an, von denen nur zwei den Mut besaßen sich für mich einzusetzen.


Wie hat deine Familie reagiert?

Meinen Eltern und mir war die Sache sehr peinlich, da ich das Gefühl hatte selbst der Auslöser zu sein und meinen Eltern ebenfalls eingeredet wurde, dass ich das Verhalten meiner Mitschüler provozierte. Zudem stießen wir bei Freunden und Bekannten auf Unverständnis, wenn wir von den Vorgängen an meiner Schule erzählten, sodass wir irgendwann beschlossen hatten, niemandem mehr davon zu erzählen. Wir kapselten uns als Familie ab. Nicht einmal meinen Großeltern erzählten wir davon, es gab nur meine Eltern, meine Schwester und mich. Wir brachen unsere sozialen Kontakte unbewusst ab, aus Angst wieder dafür verspottet zu werden, dass man mich psychisch hinrichtete.Das Ganze hat uns als Familie sehr belastet, aber im Endeffekt sind wir gestärkt daraus hervorgegangen, gleich wenn wir alle noch wunde Punkte in uns tragen.


Wie hast du das so lange ausgehalten bzw. ertragen?

Im Nachhinein betrachtet kann ich gar nicht mehr sagen, wie ich den Psychoterror so lange ausgehalten habe. In der Schule habe ich stets versucht abzuschalten und zu ignorieren, was meine Mitschüler sagten und taten. Das geht aber gar nicht, man bekommt trotzdem alles mit. Ich denke, es war der Rückhalt meiner Familie, der mich so stark gemacht hat. 


Was war das Schlimmste, was dir deine Mitschüler je angetan haben?

In den anderthalb Jahren gab es viele Momente, die als Anwärter für diesen Titel in Frage kommen. Ich würde mal behaupten, dass der Englandaustausch der mit Abstand schlimmste von diesen war. Vielleicht auch deshalb, weil mir da ganz besonders der Rückhalt meiner Eltern durch die räumliche Entfernung fehlte. Ich war auf mich allein gestellt, als meine Mitschüler das fiese Gerücht in die Welt setzten, ich sei leicht zu haben und für alles offen. Natürlich war es für mich nicht witzig von älteren und drei Köpfe größeren Engländern auf übelste Art darauf angesprochen zu werden und mit 14 Jahren wusste ich auch nicht angemessen darauf zu reagieren. Meine Lehrer versprachen sich um den Vorfall zu kümmern, kehrten letztlich aber alles unter den Teppich, sodass ich mit dem Gerücht leben musste, welches aufgrund der mangelnden Richtigstellung von meinen Mitschüler natürlich als “wahr” empfunden wurde.


Was hat das Mobbing aus dir gemacht?

Ein seelisches Wrack. Ich war ein Häufchen Elend und das schon nach sehr kurzer Zeit. Das war ein sehr schleichender Prozess. Zunächst dachte ich, mir würde das alles nichts ausmachen und an mir abprallen, aber unterbewusst nimmt man jedes einzelne Wort auf und beginnt zu grübeln. Man fängt an nach eigenen Fehlern und Schwächen zu suchen und damit das Verhalten der Mitschüler zu rechtfertigen. Ich hab mich irgendwann selbst für das gehasst, was meine Mitschüler mir antaten- konnte nicht mehr in den Spiegel sehen und “Ich liebe und akzeptiere mich” sagen. Das war dann der Moment in dem ich beschloss Suizid zu begehen.


Wie hat die Schulleitung reagiert?

Im Großen und Ganze gar nicht. Mein Schulleiter hat uns zwar stets zugesichert etwas zu tun, aber unternommen hat er nichts. Es hieß immer man arbeite an einem super Konzept, aber es bräuchte noch Zeit. Nach meinem Krankenhausaufenthalt hat er dann aber auch eingesehen, dass er zu spät eingegriffen hat und sich mit dem Satz entschuldigt, er habe die Situation unterschätzt. Dank ihm konnte ich mitten im Halbjahr wechseln, dafür bin ich ihm sehr dankbar, denn ich hätte mir nicht mehr vorstellen können zurück in den Unterricht zu gehen.


Was haben deine Lehrer unternommen?

Die meisten meiner Lehrer hatten mehr Angst als ich und haben sich schlichtweg nicht getraut einzugreifen. Meine Englischlehrerin und meine Physiklehrerin waren die Einzigen, die Partei für mich ergriffen haben. Gegen meine Englischlehrerin sind dann die Eltern meiner Mitschüler vorgegangen, weshalb sie dann angehalten wurde sich ruhig zu verhalten, wenn sie ihren Arbeitsplatz nicht wechseln wolle. An meiner Physiklehrerin haben sich meine Mitschüler dann gerächt, indem sie fiese Witze über ihre gerade gelaufene Scheidung machten, bis meine Lehrerin weinend zusammenbrach. Somit wurden alle Lehrer, die es “gewagt“ hatten mir zu helfen, von meinen Mitschülern “ausgeschaltet”.


Was hat dich mehr verletzt, die Worte oder die Schläge?

Am Anfang habe ich mir gewünscht die verletzenden Worte gegen Schläge tauschen zu können, weil ich dann das Recht gehabt hätte zurückzuschlagen, aus Notwehr. Aber wie verteidigt man sich gegen Worte? Was meine Mitschüler sagten hat mich oft härter getroffen als jeder Faustschlag ins Gesicht einen verletzen könnte. Ich würde deshalb meinen, dass die verbale Gewalt weitaus schlimmer war als die körperliche, die ja auch erst später dazu kam.Warum hast du dich nicht gewehrt?Ich schätze ich wusste nicht wie. Natürlich habe ich am Anfang zurückgeschossen, wenn dumme Sprüche seitens meiner Mitschüler kamen, aber das haben die dann immer als Rechtfertigung für ihr Verhalten genutzt. Deshalb dachte ich, dass es aufhören würde, wenn ich mich nicht mehr wehrte, diese Rechnung ging aber leider nicht auf.Ich bin von Natur aus eher ein friedliebender Mensch und löse Konflikte mit Worten, deshalb kam es für mich auch nicht in Frage jemanden zu schlagen um mich zu wehren.


Warum hast du nicht schon viel eher die Schule gewechselt?

Ich habe nicht eingesehen, warum ich gehen musste. Ich hatte nichts falsch gemacht und wollte die Schule, die ich mir damals ausgesucht hatte und schließlich auch liebte, nicht verlassen. Ich mochte meine Lehrer, stand gut in allen Fächern und bis auf meine Mitschüler war alles gut...Zudem hat mir eine Vertrauenslehrerin unserer Schule eingeredet ich dürfe die Schule unter keinen Umständen verlassen, da ich sonst einen Kampf aufgeben würde und meinen Klassenkameraden signalisierte, das sie gewonnen hätten und das kam für mich erstrecht nicht in Frage.Hast du deine Ex-Klassenkameraden mal wiedergetroffen?Da wir im selben Kreis wohnen läuft man sich zwangsläufig gelegentlich über den Weg. Die Reaktion meiner Ex-Klassenkameraden ist jedoch immer die gleiche. Wenn sie alleine sind, huschen sie meistens weg ohne mich anzusehen, als wäre es ihnen sehr unangenehm mich zu treffen. Wenn sie noch jemanden dabei haben, dann wird heftig getuschelt und mir werden vieldeutige Blicke zugeworfen, so wie es in der Schule auch immer ablief.


Hat sich je jemand entschuldigt?

Bisher hat sich niemand bei mir entschuldigt. Ich hätte mir das sehr gewünscht und habe auch stets meine Bereitschaft demonstriert diese Entschuldigung anzunehmen. Jeder Mensch macht Fehler, aber man sollte zumindest die Größe haben sich diese einzugestehen und dann dafür einstehen.Verzeihst du deinen Klassenkameraden was sie getan haben?Ich habe mit dem was passiert ist abgeschlossen und meinen Klassenkameraden verziehen was sie getan haben, damit ich selbst mit diesem Kapitel meines Lebens abschließen kann. Natürlich kann ich nicht vergessen was geschehen ist, aber ich will nicht den Rest meines Lebens mit einem solchen Menschenbild herumlaufen, das macht einen kaputt.Könntest du dir vorstellen wieder mit ihnen befreundet zu sein?Das kann ich mir definitiv nicht vorstellen. Die Vorkommnisse hätten mich fast zerstört und ich trage die Narben heute noch und habe mit dem ein oder anderen stark zu kämpfen. Ich denke, wenn man das Mobbing früher gestoppt hätte, wäre eine Freundschaft kein Problem gewesen.


Bist du immer noch wütend auf deine alten Lehrer?

Nein, das bin ich nicht. Ich mache ihnen da an und für sich keinen Vorwurf, denn meine Lehrer waren für den Umgang mit Mobbing schließlich auch nicht ausgebildet. Da muss unsere Landesregierung handeln und Lehrer im Umgang mit Gewalt an Schulen aus- und fortbilden, damit Mobbing keinen Platz mehr in der Schule findet.Wie haben deine neuen Klassenkameraden reagiert?Meine neuen Klassenkameraden haben mich sehr lieb aufgenommen und sehr viel Verständnis für mich und meine Situation aufgebracht. Ich habe zum ersten Mal eine Klassengemeinschaft gehabt und es genossen zur Schule zu gehen, dafür bin ich ihnen sehr dankbar, denn meine alten Klassenkameraden haben natürlich schon weit im Voraus über das Internet versucht, meine neue Klasse gegen mich aufzuhetzen. Ich habe echt Glück gehabt, dass sich meine neuen Klassenkameraden selbst ein Bild von mir gemacht haben.


Wie haben deine alten Klassenkameraden auf das Buch reagiert?

Das weiß ich nicht, da sich ja nie einer bei mir zurückgemeldet hat. Ich hätte ja damit gerechnet, dass meiner Veröffentlichung viele Anrufe meiner alten Mitschüler folgen. Dass dem nicht so ist zeigt für mich, dass sie sich nicht falsch dargestellt fühlen, denn sonst hätten sie ja in irgendeiner Form darauf reagiert. Also scheint ihnen ja durchaus bewusst zu sein, was sie getan haben. Keine Reaktion ist eben auch eine Reaktion.Hattest du keine Angst, dass andere dein Buch ausnutzen könnten um dich zu verletzen?Der Gedanke kam mir natürlich und ich müsste lügen, wenn ich behauptete, dass dem nicht so gewesen wäre, aber für mich war es wichtiger, anderen ein ähnliches Schicksal zu ersparen, weshalb ich dieses Risiko in Kauf zu nehmen bereit war.Leider ist es auch tatsächlich so gekommen und ich bin erneut Opfer von heftigen Mobbingattacken geworden. Damit konnte ich jedoch diesmal besser umgehen, da ich ja wusste, dass es nicht an mir lag und ich durch das Coachtraining mental sehr gefestigt bin. 


Waren deine neuen Mitschüler und deine neue Schule nicht unglaublich stolz auf dich?

Das waren sie leider nicht. Viele meiner Mitschüler reagierten genervt auf meine Medienpräsenz und unterstellen mir “mediengeil” zu sein. Auch seitens meiner Schule bin ich, was Unterstützung angeht, ziemlich im Regen stehen gelassen worden. Das ist sehr bedauerlich, entmutigt mich aber nicht mich auch zukünftig gegen Mobbing an Schulen einzusetzen. 


Ich studiere gerade Lehramt und frage mich, wie man dem Mobbing als Lehrer am besten begegnet?

In erster Linie ist es wichtig überhaupt offen für die Thematik zu sein. Wenn sich ihnen ein Schüler anvertraut, und glauben sie mir das kostet ohne Ende Überwindung, und sie das Ganze gleich verharmlosen oder ihm selbst die Schuld an der Situation geben, helfen sie dem betroffen Schüler wohl kaum. Hören sie zu, lassen sie den Schüler berichten, ohne dass was er sagt gleich in Frage zu stellen, Schuldzuweisungen zu machen oder eine ultimative Lösung präsentieren zu wollen. Danken sie dem Schüler, dass er ihnen sein Vertrauen entgegenbringt und schlagen sie ihm vor, die anderen Kollegen und Fachlehrer zu informieren, damit die Lehrer eingeweiht sind, im Unterricht und den Pausen auf die oft subtilen Schikanen achten, ihnen vorbeugen und ggf. darauf reagieren können. Ihre Kollegen sollten das Mobbing ebenso wenig wie sie selbst offen im Unterricht ansprechen. Die Rollenverteilung Täter, Opfer, Mitläufer offen zu legen verhärtet nur die Fronten und trägt nicht zur Klärung des Sachverhaltes bei. Zu beachten ist noch, dass das Alter der Schüler keine Rolle spielt. Unter Lehrern herrscht oft der Aberglaube, dass volljährige Schüler solche Angelegenheiten selbst regeln können. Wenn dem so wäre gäbe es doch wohl kaum Mobbing am Arbeitsplatz oder? Ziehen sie sich nicht aus der Verantwortung, das sind ihre Schüler, die ihnen die Eltern dieser Kinder anvertrauen. Also kümmern sie sich bitte darum. dass niemand mit Angst in die Schule gehen muss. Wichtig ist außerdem, für den Schüler peinliche und bloßstellende Situationen zu vermeiden. Teilen sie die Schüler zur Gruppenarbeit selbst ein (z.B. mit einem Quartettspiel oder Ähnlichen), geben sie die Sitzordnung vor und wechseln sie diese häufiger, lassen sie im Sportunterricht keine Mannschaften wählen und konzentrieren sie sich auf teamfördernde Spiele und Aufgaben, statt Einzelkampfsportarten auszuüben.  Wichtig ist, dass sie ihre Autorität vor den Schülern nicht verlieren. Wenn sie den Tätern einmal eine gemeine Bemerkung oder Ähnliches ohne Konsequenzen durchgehen lassen, haben sie verloren und werden zum Spielball der Täter. Trauen sie sich ruhig Strafarbeiten zu verteilen, die Schüler zu maßregeln und sprachlich deutlich zu machen, das gerade eine Grenze überschritten wurde und sprechen sie solche Maßnahmen, falls möglich, immer vorher mit der Schulleitung ab, um sicherzustellen, dass sie an einem Strang ziehen und die Schüler sie nicht gegeneinander ausspielen. Schüler suchen in der Schule nach Grenzen und unter den Kids gilt das Motto: was nicht verboten ist, scheint wohl erlaubt zu sein. Es liegt an ihnen den Kindern aufzuzeigen wie weit sie gehen dürfen und es wäre schön, wenn ihnen in der Schule vermittelt würde, dass man sich unterstützend und als Team fungierend bessere, effektivere Arbeit leistet als allein und noch dazu viel eher bereit ist Leistung zu zeigen. Natürlich wäre die enge Zusammenarbeit mit den Eltern sehr wünschenswert, die aber leider nicht immer von allen Elternteilen gleichermaßen erwünscht ist. Fest steht: in einer Klasse, in der sich die Eltern untereinander kennen und das gemeinsame Ziel verfolgen, ihren Kinder eine schöne Schulzeit zu gönnen, können Mobbingproblematiken viel schneller aufgelöst werden. Auch hier gilt: Schuldzuweisungen sind fehl am Platz und führen zu nichts. Es ist doch völlig egal wer angefangen oder provoziert hat, und eine Rechtfertigung für Mobbing kann es ohnehin nicht geben, also sollten sich alle Beteiligten stattdessen darauf konzentrieren zu überlegen, wie man den isolierten Mobbingbetroffenen zurück in die Klassengemeinschaft bekommt und wie jeder einzelne Schüler dazu beitragen kann. Es ist immer eine gute Idee solche Themen im Unterricht anzusprechen, z.B. in einer Themen- oder Projektwoche und dazu Veranstaltungen und Workshops zu machen. Die Schüler könnten dabei erfahren, wie man sich als Mobbingbetroffener, Täter oder Mitläufer fühlt, was falsch läuft und wie man sich richtig verhält. Für Lehrer gibt es bereits viele Fortbildungsangebote in dem Bereich, die man bei Interesse gerne wahrnehmen sollte. Vielleicht stellt die Schule entsprechende Fördermittel zur Verfügung. 


Glaubst du, dass es helfen würde, wenn man an jeder Schule eine Schulpsychologin hätte, die von Anfang an konsequent bei Streit eingreifen könnte und es somit vielleicht gar nicht erst zu einem handfesten Mobbingproblem kommen würde?

Ich denke schon, dass es helfen würde und tatsächlich auch notwendig ist, Lehrkräfte oder Personen mit entsprechenden Kompetenzen im Bereich Mobbing an Schulen zu haben, die von vorne herein mit präventiven Maßnahmen dem Mobbing entgegensteuern, die Schüler sensibilisieren, als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und  eingreifen können, wenn ein Konflikt erst einmal ausgeartet ist. Ob das jetzt immer Schulpsychologen sein müssen sei dahingestellt. Ich würde für solch einen Job vor allem Personen favorisieren, die über ein gewissen Maß an Empathie- und Einfühlungsvermögen besitzen und am besten noch selbst ähnliche Erfahrungen gemacht haben, da diese wissen was in einem Mobbingbetroffenen vorgeht, warum man sich plötzlich komisch oder merkwürdig verhält, welche Maßnahmen greifen und welche eher kontraproduktiv sind. Meiner Meinung und Erfahrung nach neigen viele (Schul-)Psychologen dazu den "Fehler" beim Betroffenen zu suchen und raten ihm/ ihr sich zu verändern-. Diesen Ansatz halte ich für falsch und absolut destruktiv. Schuldzuweisungen bringen in diesem Augenblick keinen der Beteiligten weiter. Ein Punkt über den man sich in diesen Sachzusammenhang streiten kann ist die Frage nach der Objektivität dieser Person. Es ist nur allzu menschlich, sich ein Bild von jedem einzelnen Schüler zu machen und ihn ein Stück weit zu verurteilen, ohne ihn wirklich angehört zu haben, wenn der Betroffene beispielsweise bereits häufiger wegen unpassenden Verhaltens im Unterricht aufgefallen ist, häufige Fehlzeiten oder aggressives Verhalten aufweist oder nicht teamfähig ist. Einem im Schulsystem verankerten Ansprechpartner könnte hierbei die Objektivität fehlen zu erkennen, dass dieses Verhalten eine Konsequenz des Mobbing ist und dieses nicht erst provoziert hat. Deshalb sollte meiner Ansicht nach Jede Stadt, mindestens aber jedes Bundesland eine Mobbing- Anlaufstelle gründen, in der Coachtrainer und Psychologen gezielt geschult werden können und dann Schulen bei akuten Mobbingfällen als kompetente und "neutrale" Experten behilflich sein können, um dem Mangel an Objektivität vorzubeugen.


Was rätst du Jugendlichen, die sich für ein Opfer einsetzten möchten, sich aber nicht trauen? Wie können sie effektiv handeln? 

Es gibt viele Möglichkeiten sich für einen leidenden Schüler einzusetzen, ohne dabei selbst zur Zielscheibe zu werden. Mobbing verstößt gegen einige Paragraphen unseres Grundgesetzes und sollte damit definitiv eine Straftat darstellen. Wie bei jeder Straftat gibt es kein Verbrechen ohne Zeugen und hier kommst du ins Spiel. Berichte deinen Lehrern was du gesehen, mitbekommen, mitgehört hast und sag als Zeuge aus. Damit verhinderst du, dass dem Mobbingbetroffenen seitens der Lehrer eingeredet wird, dass er/sie sich das alles nur einbilde und dass die Täter ungehindert weiter mobben können. Du kannst deine Lehrer bitten Stillschweigen zu bewahren, dann wird niemand erfahren, dass du gegen die Täter ausgesagt hast. Und denk dran, wer wegguckt oder das was passiert ignoriert macht mit! Lass niemanden allein auf dem Schulhof stehen, biete jemandem der keinen guten Stand in der Klasse hat einen Sitzplatz neben dir an und wählt nicht immer eine Person im Sportunterricht als letzten, am besten lost ihr die Mannschaften. Lass dich vom oftmals zickigen und abweisenden Verhalten der Mobbingbetroffenen nicht abschrecken oder einschüchtern. Das ist eine Art Schutz den man sich aneignet, um für die Attacken weniger empfänglich zu sein. Sei einfach weiterhin nett und freundlich und geh auf keine Provokation ein. Heutzutage hat so gut wie jeder Schüler ein Handy. Das kann man nicht nur zum App installieren und chatten nutzen, sondern auch den Notruf wählen. Das ist die Nummer 110. Wenn du beobachtest, wie jemand zusammengeschlagen oder bedroht wird, scheu dich nicht davor die Polizei auch tatsächlich anzurufen. Bleib dann in Reichweite des Tatortes, um deine Aussage noch protokollieren zu lassen. Du würdest doch auch wollen, dass das jemand für dich tut oder? Diese Verantwortung hast du auch im Internet in den sozialen Netzwerken. Wenn dort jemand beleidigt, verleumdet, mit Fotomontag deklassiert oder durch den sogenannten "shitstorm" belästigt wird, dann melde den Kommentar bzw. markiere ihn als Spam. Zusätzlich hilft es den entsprechenden Beitrag zu kommentieren. Bitte nicht durchs "liken" oder Ähnliches, sondern durch deutliches Wiedersprechen: "Was soll das?", "Das find ich weder gut noch lustig!", "wer so was schreibt gehört als User gelöscht!", "Schäm dich!" etc. Wenn es jemanden aus deinem Umfeld betrifft, dann fertige doch einen screenshot an (dafür gibt es eine kleine Taste auf der rechten Seite deiner Tastatur mit der Aufschrift "Print" oder "Druck"). Diesen speicherst du mit Hilfe von Programmen wie Paint ab und druckst ihn am besten aus, um ihn der Polizei oder deinen Lehrer bzw. der Schulleitung zu übergeben.


Was gibt es für Präventionsmaßnahmen? Wie kann man Mobbing vorbeugen? 

Um Mobbing wirklich vorbeugen zu können muss sich eine ganze Menge ändern. Zunächst einmal müssen Lehrer besser geschult und ausgebildet werden, damit sie zumindest schon mal davon gehört haben und wissen, wie das abläuft. Dann müsste unser Schulsystem umgekrempelt werden. Es wäre sehr wichtig zu Beginn der Orientierungsstufe gesteigerten Wert darauf zu legen, dass aus der frisch zusammengewürfelten Klasse ein homogenes Klassengefüge mit einem starken Zusammenhalt entsteht. Die Schüler müssen von Anfang an lernen, dass Werte wie Toleranz und Empathievermögen hoch geschätzt werden. Des Weiteren benötigen wir Schulfächer zur Förderung sozialer Kompetenzen, von denen man nicht länger davon ausgehen kann, dass diese durch das Elternhaus vermittelt werden. "Soziales Lernen", "Konflikte klären" und "Verhalten im Netzt" sind nur einige Dinge die mir da spontan einfallen.


Was kann ich tun, wenn ich merke meine Mitschüler fangen an mich zu demütigen und zu beleidigen? Wie kann ich mir helfen? An wen kann ich mich wenden, sodass ich nicht zum gefundenen Fressen werde? 

Als Betroffener kann man sich nur bedingt selbst helfen. Man ist Teil des Systems und egal wie man sich verhält, die Mitschüler werden diese Verhaltensweisen als Rechtfertigung für ihr eigenes Verhalten nutzen. Man benötigt also Hilfe von außen, das heißt von den Lehrern, Mitschülern, der Schulleitung und den Eltern. Man sollte sich einer Person anvertrauen, die einem sehr nahe steht und von dem was passiert berichten. Wichtig ist es außerdem die Lehrer und die Schulleitung zu informieren, damit diese der Sache nachgehen können und überhaupt die Chance bekommen dem Psychoterror ein Ende zu setzen. Ansonsten rate ich jedem Betroffenen sich auch einen Freundeskreis außerhalb der Schule aufzubauen und aufrecht zu erhalten. es ist wichtig, sich mit Menschen zu umgeben die einen wertschätzen und einemzeigen, dass man geliebt und gebraucht wird. Als nicht aus Angst dort auch gemobbt zu werden die sozialen Kontakte abbrechen. Mir hat die Arbeit mit einer Psychologin und einer Coachtrainerin außerdem sehr geholfen. Dadurch habe ich an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gewonnen und kann heute ganz anders auf verbale und körperliche Angriffe reagieren und mittels meiner Körpersprache deutlicher signalisieren, dass ich das nicht mit mir machen lasse.


Kann es sein, dass es im Vorfeld noch etwas gegeben hat, was zu dieser auslösenden Geschichte mit der Nichtabsage zu Beginn des Buches geführt hat?

Ich kann mich an keine Situation erinnern, die so ein Verhalten hätte auslösen können. Es gab keinen relevanten Streit mit meinen Freundinnen oder Ähnliches, im Gegenteil, eigentlich war alles sehr friedlich. Als Betroffener stellt man sich diese Frage nach dem „warum“ beinahe täglich, ich habe mein gesamtes Gedächtnis auf solche Situationen untersucht, aber nichts finden können, was natürlich nicht heißt, dass es sie nicht gab. Vielleicht habe ich eine für eins der Mädchen aus meiner Klasse verletzende Situation auch ganz anders wahrgenommen, ich hätte mir dann aber trotzdem gewünscht, dass man so was in einer direkten Konfrontation klären kann, da muss man nicht über psychische Gewalt ein Ventil für die eigene Frustration suchen.Die Absprachen unter den Mädchen aus meiner Klasse waren jedenfalls sehr gut, da sie sich stets sehr einig über ihr Verhalten mir gegenüber waren und nie eine aus der Reihe tanzte. Das zeigt für mich, dass es vorab schon irgendeine Situation oder einen Auslöser gegeben haben muss, der diese Gruppendynamik in Gang gesetzt hat. Welche genau das war werden weder sie noch ich je erfahren, denn die Täterinnen sind bis heute zu keinem Gespräch bereit, nicht einmal auf fachlicher Basis, und das obwohl ich ihnen verziehen habe, was sie getan haben.


Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass Sie sich auf Larissa "eingeschossen" hatten, ohne dass Sie "Beweise" für ihr Fehlverhalten dargelegt hätten. Was macht Sie trotzdem so sicher, dass Larissa hinter allem steckte?

Ich bin mir so sicher, weil sie es mir gesagt hat. Mehrfach, aber stets unter vier Augen. Man darf nicht vergessen, dass Gymnasiasten aufgrund ihres hohen Intellektes zu recht grausamen Taten fähig sind und darüber hinaus noch wissen, wie sie das anstellen müssen, um straflos davonzukommen. Larissa hat dann auch zunächst meinen Platz in der Klasse eingenommen, bis sie dann nachher zur absoluten Anführerin aufstieg. Es ist nicht ganz korrekt, dass ich Larissa allein verantwortlich mache, denn alleine hätte sie das Mobbing niemals durchziehen können. Die Schuld verteilt sich somit auf sehr viele Schultern, darunter auch meine besten Freundinnen. Was mich bei Larissa nur so geärgert hat war, dass sie das Ganze am Laufen gehalten hat und man nur sie hätte stoppen müssen um mein Leiden zu beenden, doch dazu waren meine Lehrer leider nicht in der Lage.


Inwieweit hat das Internet in deinem Fall eine Rolle gespielt?

Zu Beginn keine sonderlich große, vielleicht habe ich es auch nur nicht mitbekommen. Das erste Mal, dass mir etwas aufgefallen ist, war als ich im Status der Mädchen aus meiner Klasse bei ICQ abfällige Kommentare über mich las und aus dem Klassenforum rausgeworfen wurde.  Als ich dann meinen Namen googelte, fand ich Einträge aus dem besagten Forum über mich, in denen ziemlich heftig über mich hergezogen wurde. Als das Mobbing dann größere Kreise zog und ich zum Schulgespräch wurde, bekam ich immer öfter Chatnachrichten von mir bis dato nicht bekannten Schülern meiner Schule, die etwas über mich gehört hatten und sich nun erhofften von mir mehr Detail zum Sachverhalt zu erfahren. Mich kränkte es sehr zu wissen, dass meine Mitschüler dieses neue Medium nutzten, um die Gerüchte über mich weiter zu verbreiten. 


Empfindest du dich als Cybermobbingopfer?

In der Fachliteratur ist die Unterscheidung zwischen Schulhof- und Cybermobbing sehr klar und deutlich, das ist sie in der Realität aber leider nicht. Oft mischen sich beide Formen, vielleicht auch gerade deshalb weil sich Täter und Opfer ja meistens kennen. Jemand der auf dem Schulhof gemobbt wird, wird sicher auch bald im Netzt gemobbt. Und jemand der einen Mitschüler oder eine Mitschülerin im Netz mobbt, kennt sein Opfer aller Wahrscheinlichkeit nach, so ganz willkürlich ist die Auswahl da sicher nicht. Also wird sich das Cybermobbing wohl auch auf den Schulalltag übertragen, allein schon dann, wenn andere Schüler Wind davon bekommen was im Internetsteht.  Ich war meiner Meinung nach von beidem betroffen, wobei das Ausmaß des Cybermobbings für mich kaum ersichtlich war. Ich weiß bis heute nicht, was meine Mitschülerinnen in den Chats alles über mich geschrieben und welche Gerüchte sie verbreitet haben. Ich weiß auch nicht wo das Mobbing angefangen hat, auf dem Schulhof oder im Internet? Auffällig ist nur, dass meine Mitschülerinnen und später auch Mitschüler alle sehr einheitlich auf mich reagierten, fast so als hätten sie vorher genau besprochen, wie sie sich verhalten wollten.  Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass der Plan mich zu mobben  und wie man das anstellen wollte, seine Wurzeln im Internet hatte.


Wie bist du von deinen Suizidgedanken weggekommen?

Alleine wäre ich aus diesem Loch nicht wieder herausgekommen. Ich hatte sehr viel Unterstützung durch meine Familie, die mich immer wieder aufgebaut und mir das Gefühl gegeben haben gebraucht zu werden. Meine Eltern haben dann, als sie merkten, dass ich mich aufgegeben hatte, einen Termin bei einer Kinderpsychologin für mich gemacht. Es war sehr schmerzhaft über meine Erlebnisse zu sprechen, aber es hat mir sehr geholfen. Ich habe nach Abschluss der Therapie dann noch sehr lange mit einer Coachtrainerin gearbeitet, da ich lernen wollte wieder aktiv am Leben teilzunehmen und mich ja auch Alltagsproblemen stellen musste. Nur durch das Zusammenspiel dieser drei Faktoren habe ich es geschafft vollständig zu verarbeiten was mir wiederfahren ist und konnte sogar an meinen Erfahrungen wachsen.

© Sylvia Hamacher 2017